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11.03.2019 | Handy & Computer

Wikipedia wird für einen Tag abgeschaltet

Wer am 21. März mal schnell bei Wikipedia was nachschlagen will, wird Pech haben. Denn an diesem Tag wird die deutsche Seite der Online-Enzyklopädie abgeschaltet. Keine Sorge, die Seite wird nicht für immer offline sein. Der Gang zur Bibliothek bleibt dir also weiterhin erspart. Mit der Aktion wollen die Autoren gegen Artikel 13 protestieren, insbesondere gegen sogenannte Upload-Filter. Davon hast du in den letzten Tagen bestimmt einiges gehört oder gelesen. 

Artikel 13 ist Teil der EU-Urheberrechtsreform und regelt, dass urheberrechtlich geschützte Werke – Songtexte, Filmausschnitte etc. – nicht auf Internet-Plattformen erscheinen dürfen, wenn deren Betreiber keine Lizenzen für diese Inhalte besitzen. Das bedeutet, dass Plattformen Beiträge vor dem Upload prüfen müssen. Und technisch lässt sich das etwa mit Upload-Filtern machen: Eine Software prüft, ob ein Beitrag gegen das Urheberrecht verstößt und lädt ihn im Zweifelsfall gar nicht erst auf die Plattform hoch. Ebenfalls hoch umstritten ist Artikel 11, das sogenannte Leistungsschutzrecht. Darin wird geregelt, dass auch Verlage Geld dafür bekommen, wenn Textausschnitte, etwa aus Zeitungen, Magazinen oder von News-Webseiten – von anderen veröffentlicht werden.

Die Wikipedia-Autoren sehen in beiden Artikeln eine Gefahr für das freie Internet, das „erheblich eingeschränkt wird.“ So jedenfalls steht es in dem Text, der am 21. März auf der deutschen Wikipedia-Seite zu lesen sein wird. „Selbst kleinste Unternehmen müssten fehleranfällige und technisch unausgereifte Upload-Filter für sämtliche ihrer Inhalte einsetzen (Artikel 13) und für minimale Textausschnitte aus Presseerzeugnissen Lizenzen erwerben, um das sogenannte Leistungsschutzrecht für Presseverleger einzuhalten (Artikel 11).“ Sie fordern die Nutzer dazu auf, an den Demonstrationen teilzunehmen, die in ganz Europa für den 23. März geplant sind. Außerdem sollen sie die Abgeordneten im Europaparlament kontaktieren und sie über „ihre Haltung zur geplanten Reform zu informieren“.